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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – kurz BBK – gibt seit 2004 Empfehlungen für die persönliche Notfallvorsorge heraus. Die Kernaussage ist klar: Jeder Haushalt in Deutschland sollte sich für mindestens zehn Tage selbst versorgen können. Wer das nicht auf einmal schafft, dem hilft auch ein Vorrat für drei Tage bereits erheblich.
Warum zehn Tage? Weil es bei einem größeren Ereignis – einem Stromausfall über mehrere Tage, einem schweren Unwetter, einer Versorgungskrise – erfahrungsgemäß so lange dauern kann, bis die staatliche Hilfe flächendeckend ankommt. In dieser Zeit sollten Sie unabhängig von Supermarkt, Wasserwerk und Stromnetz funktionieren können.
Die folgende Übersicht basiert auf dem offiziellen BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" und der dazugehörigen Checkliste. Wir haben sie für Sie in verständliche Abschnitte gegliedert und mit konkreten Mengenangaben für eine Person und zehn Tage versehen.
Ohne Nahrung kommt ein gesunder Mensch mehrere Wochen aus. Ohne Trinkwasser nur drei Tage.
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Für eine Person und zehn Tage sind das 20 Liter – in etwa zehn handelsübliche 2-Liter-Flaschen aus dem Supermarkt. Für einen Zwei-Personen-Haushalt verdoppelt sich die Menge auf 40 Liter.
Zusätzlich sollten Sie eine Möglichkeit zur Wasseraufbereitung im Haus haben, falls das Leitungswasser nicht mehr trinkbar ist oder die Wasserversorgung komplett ausfällt. Dafür eignen sich Wasserentkeimungstabletten und tragbare Wasserfilter, die Bakterien und Protozoen zu 99,99 Prozent herausfiltern.
Unsere Empfehlung: Ein Wasserfilter wie der Sawyer Mini hat eine Kapazität von 400.000 Litern und wiegt nur 60 Gramm. Ergänzt durch Micropur Forte Tabletten sind Sie auch dann versorgt, wenn kein sauberes Leitungswasser mehr verfügbar ist.
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Das BBK empfiehlt rund 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag. Für zehn Tage sind das 22.000 Kilokalorien. Entscheidend ist, dass die Nahrung lange haltbar ist, keinen Kühlschrank braucht und im Idealfall ohne Kochen verzehrt werden kann – denn wenn der Strom ausfällt, funktioniert auch der Herd nicht.
Geeignete Lebensmittel laut BBK-Checkliste sind Vollkornbrot aus der Dose, Reis, Nudeln und Kartoffeln (in haltbarer Form), Konserven mit Gemüse, Eintöpfe und Fertiggerichte, Trockenobst und Nüsse, sowie kompakte Notrationen.
Notrationen wie NRG-5 sind speziell für Krisensituationen entwickelt: Eine Packung wiegt 500 Gramm, liefert 2.300 Kilokalorien und ist ab Herstellungsdatum mindestens zwanzig Jahre haltbar. Die Riegel können trocken gegessen werden, ohne Wasser, ohne Kochen, ohne Vorbereitung.
Vergessen Sie auch nicht die kleinen Dinge, die in einer Stresssituation einen großen Unterschied machen: Salz, Zucker, Kaffee oder Tee, etwas Schokolade. Das BBK weist ausdrücklich darauf hin, dass persönliche Vorlieben und Ernährungsgewohnheiten bei der Zusammenstellung berücksichtigt werden sollten.
Unsere Empfehlung: Mit einem NRG-5 Karton (24 Packungen) decken Sie den Nahrungsbedarf für eine Person über 24 Tage – oder für zwei Personen über 10 Tage. Ergänzt durch Dosenbrot haben Sie Abwechslung im Vorrat.
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Kein Strom bedeutet kein Licht. Die BBK-Checkliste empfiehlt mehrere unabhängige Lichtquellen. Taschenlampen oder Stirnlampen mit Ersatzbatterien sind die erste Wahl, weil sie sofort funktionieren und keine Brandgefahr darstellen. Ergänzend dazu Kerzen, Teelichter und Streichhölzer oder ein Feuerzeug.
Eine wiederaufladbare LED-Stirnlampe hat den Vorteil, dass sie beide Hände freihält – beim Kochen, beim Packen, beim Versorgen von Kindern. Moderne Modelle halten acht Stunden und mehr mit einer Ladung.
Unsere Empfehlung: Eine LED-Stirnlampe mit 1.000 Lumen und USB-C-Aufladung gehört in jeden Haushalt. Kompakt, wasserdicht, sofort einsatzbereit.
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Wenn Strom und Internet ausfallen, ist ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio die einzige Möglichkeit, offizielle Durchsagen und Warnungen zu empfangen. Das BBK empfiehlt ausdrücklich, ein solches Gerät im Haushalt zu haben.
Moderne Kurbelradios vereinen mehrere Funktionen in einem Gerät: DAB+ und UKW-Empfang, LED-Taschenlampe, SOS-Signallicht, kleines Solarpanel und eine eingebaute Powerbank, mit der sich im Notfall ein Handy aufladen lässt. Drei Energiequellen – Handkurbel, Solar, USB – machen das Gerät unabhängig von Batterien und Steckdosen.
Unsere Empfehlung: Ein Kurbelradio mit DAB+ und Powerbank-Funktion ist eines der wichtigsten Einzelprodukte in der Krisenvorsorge. Es kostet unter 50 Euro und funktioniert ohne jede externe Energiequelle.
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Dieser Punkt geht über die klassische BBK-Checkliste hinaus, wird aber in der aktuellen Fassung des Ratgebers immer stärker betont. In einer Welt, in der wir auf Handys, medizinische Geräte und Kühlschränke angewiesen sind, kann eine alternative Stromquelle entscheidend sein.
Tragbare Powerstations sind große Akkus mit normalen 230-Volt-Steckdosen. Man lädt sie zu Hause auf, und bei Stromausfall steckt man seine Geräte ein. Kein Benzin, kein Lärm, kein Abgas. Mit einem faltbaren Solarpanel lässt sich die Powerstation auch ohne Steckdose wieder aufladen.
Je nach Größe versorgt eine Powerstation Handys und Lampen tagelang (ab 300 Wh), Kühlschrank und TV über mehrere Stunden (ab 1.000 Wh) oder den ganzen Haushalt inklusive Heizung (ab 2.000 Wh).
Unsere Empfehlung: Eine Powerstation mit Solarpanel ist die größte einzelne Investition in Ihre Krisenvorsorge – aber auch die wirkungsvollste. Von 349 Euro für den Einstieg bis zur Komplett-Hauslösung.
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Ein gut sortierter Erste-Hilfe-Kasten gehört laut BBK in jeden Haushalt. Er sollte über den Auto-Verbandskasten hinausgehen und mindestens Folgendes enthalten: Verbandsmaterial und Pflaster in verschiedenen Größen, Schere, Pinzette und Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Wundkompressen, Rettungsdecke und Dreiecktuch, Fieberthermometer und persönliche Medikamente.
Besonders wichtig: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt – Blutdrucksenker, Schilddrüsenhormone, Insulin, Schmerzmittel – sollte immer einen Vorrat für mindestens zwei Wochen im Haus haben. Im Ernstfall sind Apotheken genauso auf Strom und Lieferketten angewiesen wie Supermärkte.
Unsere Empfehlung: Unser Erste-Hilfe-Set XL mit 85 Teilen und Molle-Tasche passt an jeden Rucksack und deckt die BBK-Empfehlung vollständig ab.
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Die BBK-Checkliste empfiehlt warme Schlafsäcke oder Decken für den Fall, dass die Heizung bei Stromausfall nicht mehr funktioniert. Ein gut isolierter Biwaksack reflektiert 90 Prozent der Körperwärme und wiegt dabei nur 110 Gramm – eine platzsparende Notlösung.
Zum Kochen ohne Strom eignen sich kleine Campingkocher. Ein Esbit-Notfallkocher wiegt 85 Gramm, passt in jede Hosentasche und bringt mit einer Brennstofftablette innerhalb von 12 Minuten Wasser zum Kochen. Alternativ funktionieren auch Gaskocher mit Kartusche.
Unsere Empfehlung: Ein Notfallkocher und ein Biwaksack zusammen kosten unter 30 Euro und decken zwei kritische Bereiche ab, an die viele Menschen nicht denken.
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Ein Punkt, der auf der BBK-Checkliste steht und den die meisten Menschen vergessen: Kopien der wichtigsten Dokumente in einer wasserdichten Hülle. Das BBK empfiehlt konkret Kopien von Personalausweis und Reisepass, Geburtsurkunde und Heiratsurkunde, Versicherungspolicen, Impfpass, Grundbuchauszüge und Mietvertrag, sowie Kontodaten und Notfallkontakte.
Bewahren Sie diese sowohl als Papierkopie als auch digital auf einem USB-Stick auf. Beides gehört in eine wasserdichte Dokumententasche, die griffbereit liegt – idealerweise im Notfallrucksack oder an der Haustür.
Und: Halten Sie Bargeld bereit. Wenn Geldautomaten nicht funktionieren und Kartenzahlung ausfällt, ist Bargeld das einzige Zahlungsmittel. Das BBK empfiehlt einen kleinen Betrag in verschiedenen Stückelungen.
Wenn die Wasserversorgung eingeschränkt ist, wird Hygiene zur Herausforderung. Das BBK empfiehlt einen Vorrat an Seife und Handdesinfektionsmittel, Zahnbürste und Zahnpasta, Toilettenpapier, Feuchttüchern als Ersatz für Duschen, Müllbeuteln in verschiedenen Größen, Haushaltshandschuhen, und Hygieneartikel für Säuglinge oder pflegebedürftige Personen falls zutreffend.
Die BBK-Checkliste unterscheidet zwischen dem Hausvorrat und dem Notgepäck. Der Hausvorrat bleibt zu Hause und versorgt Sie über Tage. Das Notgepäck ist ein gepackter Rucksack, den Sie im Falle einer Evakuierung schnell greifen und mitnehmen können.
Das BBK empfiehlt, den Rucksack vorab zu packen und griffbereit zu lagern – im Flur, neben der Haustür oder im Schlafzimmer. Er sollte Nahrung und Wasser für mindestens 72 Stunden enthalten, dazu Erste Hilfe, Kommunikation (Kurbelradio), Licht (Stirnlampe), Werkzeug (Multitool, Feuerstarter), Wetterschutz (Poncho, Biwaksack), Dokumentenkopien und etwas Bargeld.
Unsere Empfehlung: Unsere Notfallrucksack-Sets enthalten alle oben genannten Komponenten als Komplett-Set zum Selbstpacken. Für 1 Person, 2 Personen oder die ganze Familie – nach BBK-Checkliste zusammengestellt.
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Krisenvorsorge muss nicht perfekt sein. Das BBK betont ausdrücklich: Auch ein Vorrat für drei Tage hilft schon sehr. Fangen Sie dort an und bauen Sie schrittweise auf.
Schritt eins: Wasser und Nahrung für drei Tage besorgen. Das ist in einer Stunde erledigt und kostet unter 40 Euro.
Schritt zwei: Licht und Kommunikation sicherstellen. Eine Stirnlampe und ein Kurbelradio reichen als Basis.
Schritt drei: Auf zehn Tage erweitern. Vorrat aufstocken, Erste-Hilfe-Set ergänzen, Notfallrucksack packen.
Wer nicht selbst zusammenstellen möchte, findet bei uns fertige Pakete, die die gesamte BBK-Checkliste abdecken – vom Einstiegspaket für 39,99 Euro bis zur Komplett-Familienversorgung.
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Den vollständigen Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" können Sie kostenlos als PDF beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz herunterladen:
→ BBK-Ratgeber als PDF herunterladen (bbk.bund.de)
→ BBK-Checkliste zum Ausdrucken (bbk.bund.de)
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen", aktuelle Fassung.